Kulla Architekten
JOST-HAUS Hessischer Denkmalpreis 2000 Denkmalgerechte Sanierung Fachwerkhaus Hattersheim, 2000 Das sogennante "Jost - Haus” am Rande der Hattersheimer Altstadt, welche nach einer Flächensanierung noch Anfang der 1980er Jahre eine komplette neue Altstadt ist, war über zwei Jahrzehnte ein vielumkämpfter Störfaktor kommunaler Planungslogik. Ein Gutachten des Altbaustatikers wies 1996 seine Standfestigkeit nach. Diese Atempause reichte aus, bis die Sanierung durch neue Eigentümer gesichert war. Es konnte anstelle einer verschwundenen Scheune am Fachwerkhaus ein Funktionsbau aus Stahl und Glas errichtet werden. Keine Idylle war beabsichtigt, sondern ein stilvoller Kontrast, der das Baudenkmal vom technischen Input eines Planungsbüros freihält. Die Sanierung und Restaurierung des Fachwerkhauses erwies sich als in jeder Hinsicht aufwendig. Sie konnte beginnen nachdem ein vorzügliches Gutachten des Bauforschers die komplizierte Änderungsgeschichte des Gefüges entziffert und dokumentiert hatte: Das Haus wurde 1601 errichtet, 1714 sein Dachwerk sowie die obere hofseitige Fachwerkwand erneuert und um 1800 bzw. in den folgenden Jahrzehnten geschah der Austausch von Fachwerkwänden im Erdgeschoss. Das Gutachten half entscheidend Sanierungsfehler zu vermeiden und produzierte gleichzeitig ein Stück Hausforschung. Als Erfolg dürfen die konsequente Lehmbausanierung sowie die bestechendes schlanken Neufenster gelten. Das "Jost-Haus" hat Symbolwert.